Wetterphänomen wird von ISS erforscht

Written by on 26. Januar 2021

Die natürlich entstehenden „Blue Jets“ werden mithilfe der Raumstation genau unter die Lupe genommen.

Die ISS-Besatzung beschäftigt sich neuerdings mit irdischen Wetterphänomenen – in diesem Fall besonders spektakuläre, blau gefärbte blitze namens Blue Jets. Diese entstehen bei Gewittern oberhalb der Wolkendecke und können deswegen von der Erdoberfläche kaum beobachtet werden.

Die Blitze bekamen in der Vergangenheit auch den Namen Sprites („Kobolde“) da sie von Piloten zwar schon vor einigen Jahrzehnten beobachtet, aber mitunter als Einbildung abgetan wurden, da diese nur extrem kurz aufscheinen.

Instrumente an Bord der Internationalen Raumstation konnten diese Blitze ebenfalls registrierten. Gleich fünf Blue Jets wurden am 26. Februar 2019 aufgezeichnet.

Kobolde und Elfen

Bei dem Wetterphänomen handelt es sich um einen pulsierend blauen Strahl, der von einem blitz in der Stratopause – der Grenzschicht zwischen Stratosphäre und Ionosphäre, ausgelöst wird, so der Artikel im Fachmagazin Nature. Die Blue Jets traten in der Nähe von Nauru, einer kleinen Insel im Zentralpazifik, auf. Laut ESA erreichen Blue Jets eine Länge von bis zu 50 Kilometern.

Neben den blauen Lichtstreifen tauchen oft auch rotgefärbte Strahlen während eines Gewitters auf. Diese „Red Sprites“ entstehen in der Mesosphäre. Auch ringförmige „Elves“ konnten schon beobachtet werden. Diese entstehen durch eine Reaktion aus Elektronen, Radiowellen und der Atmosphäre. In einer Animation der ESA wird dargestellt, wie diese Phänomene mit fabelhaften Namen aussehen.

Zusammenhang mit Klimawandel?

Für Meteorologen, die sich mit Wettersystemen auf der Erde beschäftigen, sind solche Aufzeichnungen von den empfindlichen Geräten der ISS von großem Wert. Daraus lassen sich Erkenntnisse über die Entstehung von Blitzen in Wolken gewinnen. Diese Wetterphänomene könnten sogar Auswirkungen auf die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre haben. Deswegen sind die Auswertungen auch in Zusammenhang mit dem Klimawandel besonders interessant.

Links:
Artikel in Fachzeitschrift Nature
Bericht der ESA


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