Überaus starker Blitz trifft berühmten steirischen Mammutbaum

Written by on 5. Juni 2020

Das grüne Wahrzeichen von Bad Gleichenberg wurde durch einen Blitzeinschlag zurechtgestutzt. Es kam niemand zu Schaden, da der umliegende Park derzeit wenige Besucher anlockt.

Die Stromstärke des Blitzes war gewaltig: auf 300.000 Ampere kommen laut dem österreichischen Blitzortungssystem ALDIS nur zehn Blitze im Jahr in Österreich. Ein solcher Blitz, der damit 10.000 Mal stärker ist als ein durchschnittlicher Einschlag, traf nun wahrscheinlich einen 60 Meter hohen Mammutbaum im südsteirischen Kurort Bad Gleichenberg. Dies vermutet Gerhard Diendorfer, Leiter von ALDIS, gegenüber der APA.

Durchschnittlich liegt die Stromstärke bei der Entladung durch einen Einschlag zwischen 10.000 und 20.000 Ampere, so Diendorfer. Deswegen ist der Blitzschutz für bis zu 200.000 angelegt, stärkeren Blitzen können solche Schutzanlagen nicht standhalten. Die äußerst seltenen Einschläge über diesem Ampere-Wert können in Österreich nur ca. 10 Mal im Jahr beobachtet werden – jüngst auch im Kurpark in Bad Gleichenberg. Der 1872 gesetzte Riesenmammutbaum ( Sequoiadendron giganteum) war zwar mit einem Blitzschutz ausgestattet, wurde durch den Einschlag jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen.

Seltenes Phänomen

Diendorfer betont, wie unwahrscheinlich ein solches Ereignis ist: „Im Vorjahr sind österreichweit nicht mehr als acht von rund 90.000 Blitzen mit mehr als 300.000 Ampere gezählt worden. Wenn sich die Amplituden in einer Höhe von über 300.000 Ampere bewegen, dann ist das somit ein Ereignis, das einen von 10.000 Blitzen betrifft“, so der Leiter von ALDIS. ALDIS ist ein Akronym für „Austrian Lightning Detection and Information System“ und verfügt landesweit über acht Ortungssensoren, die mit GPS zeitsynchronisiert sind. Deren hochempfindliche Antennen nehmen Blitzentladungen im Umreis von mehreren hundert Kilometern wahr. Die Auswertung wird an die ALDIS-Zentrale in Wien weitergeleitet.

„Wir haben nach dem Blitz in Bad Gleichenberg gesucht und haben einen Blitz, der ein außerordentliches magnetisches Feld produziert hat, gefunden“, schilderte Diendorfer. Das ist der eindeutige Grund, wieso der Baum um 20 Meter gestutzt wurde. „Die Energie, die bei so einer Entladung innerhalb eines Sekundenbruchteils umgesetzt wird, ist gewaltig“, beschreibt der Experte. Durch die Energieeinwirkung wird das Wasser im Baumstamm zum Kochen gebracht und der Baum von innen heraus gesprengt.

Links:
ALDIS Blitzstatistik
Information zum Mammutbaum in Bad Gleichenberg


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