Temperaturanstieg im Universum

Written by on 11. November 2020

Die Temperaturen der Gase in unserem Universum steigen kontinuierlich an – eine neue Studie kommt nun zu diesem Schluss.

Gibt es den Klimawandel etwa auch im All? Zumindest gibt es auch dort historisch gesehen eine deutliche Erwärmung. Die Geschichte der Thermik wurde nun von Wissenschaftler n unter die Lupe genommen: in den vergangenen 10 Milliarden Jahren stieg die Gastemperatur im ganzen Universum um das Zehnfache. Derzeit liegt diese bei 2 Millionen Grad Kelvin, die ca. 2 Millionen Grad Celsius gleich kommen.

Grund dafür sehen die Forscher rund um Hauptautor Yi-Kuan Chiang in der Entwicklung des Universums: „Während sich das Universum entwickelt, zieht die Schwerkraft dunkle Materie und Gase im Weltraum zusammen in Galaxien und Galaxienhaufen“. Die dabei entstehenden Kräfte und der Widerstand resultieren in einer Erwärmung der Gase.

In der Studie wurden Gase untersucht, die sich weit entfernt von der Erde befinden und sich – von der Erde aus gesehen – damit in der Vergangenheit liegen. Diese wurden mit Gasen verglichen die näher an unserem Planeten liegen.  Damit konnten die Forscher die historische Temperaturentwicklung abbilden. Die im Astrophysical Journal veröffentlichten Studie kommt zum Schluss, dass dieser Trend auch weiterhin zur Erwärmung des Universums beiträgt.

Nicht zu verwechseln ist diese Entwicklung mit der Erderwärmung, mit der kein Zusammenhang besteht: „Diese Phänomene treten in sehr unterschiedlichen Maßstäben auf. Sie sind überhaupt nicht miteinander verbunden“, wird Chiang bei Sci-News zitiert.

Erkenntnisse und Daten kombiniert

Für die Studie wurden unterschiedliche Datenquellen herangezogen. Vom  Mikrowellen-Weltraumteleskop Planck der ESA wurden ebenso Aufzeichnungen genutzt wie Erkenntnisse aus der Sloan Digital Sky Survey, in deren Rahmen Aufnahmen der Erde in mehreren Wellenlängen gemacht werden.

Die Studienergebnisse würden auch die Erkenntnisse eines Nobelpreisträgers unterstreichen, so Yi-Kuan Chang. Er bezieht sich auf den Astronomen James Peebles, der die Grundlage für unser Verständnis der Geschichte des Universums lieferte und deswegen 2019 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Links:
Studie im Astrophysical Journey
Artikel auf phys.org
Artikel von Sci-News


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