Start der Montage des neuen Kernfusionreaktors „Iter“

Written by on 29. Juli 2020

Beim Startschuss zur Montage des internationalen Kernfusionreaktors waren auch hochrangige Politiker wie Emmanuel Macron zur Stelle.

Die Feier zum Beginn der Montagearbeiten fand online statt. Das Projekt „Iter“ sei ein Akt es des Vertrauens in die Zukunft, so Staatschef Macron. In einer Videobotschaft bekräftige er, dass das internationale Projekt ein Zeichen des Friedens sei und das Verbindendes immer stärker sei als das, was Menschen trenne. Er zeigte sich zu dem stolz, dass Frankreich als Gastgeber für dieses Projekt fungieren dürfe.

Klimafreundlich und fast unbegrenzt vorhanden

Kernfusion verspricht eine neue Energiequelle zu werden, die klimafreundlich und beinah unbegrenzt verfügbar sein soll. Kritiker hingegen meinen, die Technologie wäre im Vergleich zu erneuerbaren Energiegewinnung bereits veraltet. Insgesamt 35 Länder beteiligen sich am Iter-Projekt. Iter-Chef Bernard Bigot bezeichnete den Montage Start als historischen Moment und ein einzigartiges Beispiel internationaler Kooperation. Mit der Montage stünde jetzt der härteste Teil bevor. Er verglich dien Aufbau mit dem Zusammensetzen eines riesigen 3D-Puzzles.

Energie wie von der Sonne

Weitere Videobotschaften im Rahmen der Online-Feier kamen etwa von Energiekommissarin Kadri Simson und Südkoreas Präsident Moon Jae In. Sie bezeichneten den Beginn des Aufbaus als „Meilenstein“ im Projektverlauf. Zum Auftakt der Feier bekamen die geladenen Gäste eine Video-Führung durch die Baustelle bei Cadrache, das rund 60 Kilometer nordöstlich von Marseille liegt. Die Großbauteile des Reaktors wurden ebenfalls gezeigt. Beteiligt sind neben der EU die USA, Russland, China, Indien, Japan und Südkorea.

In Betrieb gehen soll der Kernfusionreaktor im Jahr 2025. Physiker beginnen dann, Experimente mit Plasma durchzuführen. Weitere zehn Jahre später soll der Reaktor mit Deuterium-Tritium beladen werden, um den Versuch zu starten, durch Kernfusion Energie zu erzeugen. Derzeit ist es nicht vorgesehen, diese in Elektrizität umzuwandeln.

Die Energie soll durch die Verschmelzung Von wasserstoff-Atomen entstehen und die Funktionsweise der Sonne nachahmen. Die Kosten für dieses wissenschaftliche Projekt, an dem seit 2010 gearbeitet wird, belaufen sich auf rund 20 Milliarden Euro.


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