Schutzmasken-Filter aus dem 3D-Drucker

Written by on 28. Mai 2020

In Zusammenarbeit von Uni Wien, MedUni Wien, dem Krankenanstaltenverbund (KAV) und den Wiener Stadtwerken wurde Filter entwickelt, die für die Coronavirus-Atemschutzmasken geeignet sind. Diese werden im 3D-Druckverfahren hergestellt.

In einer Arbeitsgruppe der Fakultät für Physik der Universität Wien wurden zunächst Konstruktionspläne und 3D-Daten für die Filter entwickelt. In Werkstätten und Betrieben der Wiener Stadtwerke wurden die Filtereinheiten gedruckt und anschließend Prototypen in den Labors der MedUni Wien unter der Leitung von Wolfgang Drexler montiert.

Durch die Coronakrise „wurde rasch klar, dass es speziell im medizinischen Bereich zwar gute Vollgesichtsmasken gibt, allerdings die aufsetzbaren Filtereinheiten dafür schnell nicht mehr verfügbar waren“, sagte Quantenpyhsiker Aspelmeyer.

Aus einem Projekt für einen Prototypen könnte nun ein Serienprodukt entstehen. Mathias Dragostits aus der Uni Wien-Forschungsgruppe entwickelte die Idee, eine Filtereinheit selbst herstellen und produzieren zu lassen. Die Filter sollen wiederverwendbar sein.

Die aufgeschraubte Filtereinheit stammt aus dem 3D-Drucker. © Sparox/Wien Energie

Serienproduktion steht bevor

Die Prototypen waren bereits in Krankenanstalten im Testgebrauch. Laut einer Aussendung der Wiener Stadtwerke gab auch das Forschungs- und Prüfinstitut OFI grünes Licht für den Einsatz der Filterkassetten. „Wir haben nun ein Design für wiederverwendbare, aufschraubbare Filterkassetten, die allen Covid-bedingten Standards genügen und eingesetzt werden können“, so Aspelmeyer. Die Forscher bereiten nun eine Serienproduktion vor. Pro Woche könnten mindestens 10.000 Stück produziert werden. Die Kassetten könnten wiederaufbereitet und mit handelsüblichem Filtermaterial neu bestückt werden. So müsste nicht mehr die ganze Filtereinheit entsorgt werden.

Grundlagenforschung goes praktische Anwendung

Ausständig ist nun noch die Freigabe von Seiten des KAV. Die Filter sollen auch dem Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen vorgelegt werden, um diese mit einem international anerkannten Gütesiegel zu versehen.

Die Wiener Stadtwerke stellten ihre 3D-Drucker für die Produktion zur Verfügung. © Sparox/Wien Energie

 „Für mich ist das ein schönes Beispiel dafür, dass in einem Grundlagenforschungslabor konstant Dinge entwickelt werden, die auf völlig ungeahnte Weise Anwendung finden“, sagte Aspelmeyer.

Die Filtermasken sollen vor allem auf Intensivstationen oder im Kontakt mit hockinfektiösen Personen eingesetzt werden.


Current track

Title

Artist

Background