Ruhe bitte! Pinguine sind lärmempfindlich

Written by on 23. April 2021

Ein Forschungsprojekt kam zu dem Schluss, dass Pinguine Geräusche sehr gut wahrnehmen können und sensibel reagieren, an Land genauso wie unter Wasser.

In einem Forschungsprojekt dänischer und deutscher Wissenschafter wurden Pinguine hinsichtlich ihres Hörvermögens untersucht. Dabei wurden Pinguinschädel unter und über Wasser per Computerscan betrachtet und die Hörorgane analysiert. Die Schädel stammen aus der Sammlung des Naturkundemuseums Berlin. Für die Erforschung an lebenden Tieren wurden Pinguine im Deutschen Meeresmuseum Stralsund mit viel Aufwand trainiert. Ihnen wurde beigebracht, in einer schalldichten Box stillzustehen und eine bestimmte Fläche zu berühren, sobald sie einen Ton wahrnehmen.

Lärmbelastung im Polargebiet

„Wir haben im Projekt nachgewiesen, dass Pinguine unter Wasser auf Schall reagieren“, sagt Projektleiter Michael Dähne. Die Untersuchungen unter Wasser hätten sich allerdings als schwieriger als gedacht herausgestellt.

Mirjam Müller, die im deutschen Umweltbundesamt für das Fachgebiet „Schutz der Polargebiete tätig ist, betont, dass es sich erstmals um eine Untersuchung des Hörvermögens anhand standardisierter Methoden handelt. „Wir sind damit einen großen Schritt weiter, um die Belastung für Pinguine durch Lärm bewerten zu können.“ Besonders viele Geräusche werden in den Weltmeeren durch Schiffsverkehr verursacht. Aber auch wissenschaftliche Geräte, die mit Schall arbeiten, könnten die Tiere stören. Die Studie wird Ende April auf einer Konferenz präsentiert.


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