Positives Fazit für DAB+ nach Sendestart in Österreich.

Written by on 12. August 2019

Positives erstes Fazit für DAB+

Sendestart geglückt, Verkäufe von Geräten ziehen an. Vienna HoodMusic und HighLive Radio sind neu dabei, weitere Privatsender hätten Interesse angemeldet.

Nach zehnjähriger Aufbauarbeit fiel am 28. Mai 2019 der Startschuss für den bundesweiten Sendebetrieb von DAB+. Der bisherige Stand der Implementierung verläuft laut den Beteiligten durchwegs positiv. „Bislang machen wir sehr erfreuliche Erfahrungen. Einerseits melden sich viele Hörer bei den einzelnen Sendern und loben die größere Programmvielfalt. Zum anderen zeigt sich, dass sich der dreijährige Testbetrieb bezahlt macht: Die Qualität der Versorgung, insbesondere der Empfangsstärke, übertrifft alle Erwartungen. Zusätzlich gab es weder Störungen oder Ausfälle des Sendebetriebes“, erklärt Wolfgang Struber, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Österreich. Auch vom Endgerätemarkt gibt es positive Rückmeldungen: „Der Umsatz mit DAB+-Geräten hat in den ersten drei Monaten 2019 um knapp 59 Prozent zugelegt“, berichtete Gerald Kneisz, Teamchef Einkauf Braunware bei MediaMarkt-Saturn, Ende Mai. Der Anteil von DAB+-Geräten am Radiogerätemarkt sei im ersten Quartal 2019 schon bei über 27 Prozent gelegen, der Verkauf von Geräten ohne DAB+ um 20 Prozent gesunken.

Neben Klassik Radio gingen im Mai Radio Energy, Radio 88.6, Rock Antenne, jö.live, Technikum One, Arabella Plus, Radio Maria und ERF Plus auf DAB+ national on air. „Bis dato haben wir mit Vienna HoodMusic und HighLive Radio zwei Neuzugänge, sodass wir im bundesweiten MUX I jetzt bei elf Digitalradios halten. Es gibt ein signifikantes Interesse weiterer Privatsender, die ihre Radiomarke unter anderem mit DAB+ zukunftsfit machen möchten. Derzeit gibt es aber nichts Konkretes zu kommunizieren“, so Struber.



Einen Erfolg für DAB+ gibt es laut Plattformbetreiber RTG Radio Technikum im Wiener MUX II, da in diesem Verbreitungsgebiet (Wien, nördliches und östliches Niederösterreich sowie große Teile des nördlichen Burgenlandes) alle Sendeplätze bereits vergeben seien. „Sobald die Programmbewilligungsbescheide rechtskräftig sind, werden die Programme öffentlich bekannt gegeben“, heißt es.

Die ORF-Radios wie auch Kronehit sind wie berichtet bei DAB+ nicht mit an Bord. „Diesbezüglich hat sich nichts geändert. Dafür müsste wohl auch das ORF-Gesetz liberalisiert werden, damit der ORF zusätzliche Programme anbieten und digital verbreiten kann“, bedauert Struber, der nun allerdings vor allem die nächsten Ziele der drei Ausbaustufen anvisiert: „Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Phase zwei. Diese erfolgt am 31. März 2020 und wird die Standorte Innsbruck-Patscherkofel, Salzburg-Gaisberg und St. Pölten-Jauerling umfassen. Mit dieser Ausbaustufe sind dann bis zu 75 Prozent der österreichischen Einwohner mit DAB+-Empfang versorgt.“


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