Neue Erkenntnisse zu unterirdischem Ozean auf Pluto

Written by on 23. Juni 2020

Die Wissenschaft konnte sich bis dato nicht erklären, wieso das Wasser unter der Oberfläche des Kleinplaneten noch flüssig ist. Nun gibt es eine neue Theorie.

Der ehemals neunte und kleinste Planet unseres Sonnensystems Pluto gibt Wissenschaftlern seit seiner Entdeckung vor 90 Jahren immer wieder Rätsel auf. Sein Aufbau ist besonders vielfältig: Pluto weist Tiefebenen und Gletscher auf, kann mit kilometerhohen Gebirgen aus Wassereis aufwarten und hat Vorkommnisse von organischen Verbindungen, die rötlich schimmern. Auf Bildern der NASA-Sonde New Horizons sind unterirdische Ozeane aus flüssigem Wasser zu erkennen. Bisher gab es keine Erklärung für den flüssigen Aggregatzustand, da Pluto mit einer Distanz von 5,9 Milliarden Kilometer besonders weit von der Sonne entfernt ist und deswegen an der Oberfläche Temperaturen von bis zu -240 Grad Celsius herrschen.

Die Aufnahmen der NASA-Sonde wurden nun neuen Analysen unterzogen und können damit eventuell das Rätsel um flüssige Gewässer aufklären, wie nun in einer Studie bekannt wurde. Im Fachmagazin Nature beschreiben die Forscher, dass jene Hitze, die bei Entstehung von Pluto vorhanden war, das Wasser nach wie vor warm und somit flüssig halten könnte. Zur Oberfläche hin werden die Ozeane durch eine Schicht aus Methanhydrat isoliert, so die Vermutung der Studienautoren.

Ozeanforschung im Kuipergürtel

Rückschlüsse auf die früher vorherrschenden hohen Temperaturen ziehen die Forscher aus Gegebenheiten an der Oberfläche des Kleinplaneten. Denn wenn Wasser bei der Entstehung im gefrorenen Zustand an der Oberfläche existiert hätte, wären jetzt Merkmale von Kompressionen zu erkennen. Die Hinweise deuten vielmehr darauf hin, dass das Wasser zunächst flüssig war und erst in weiterer Folge einfror. Darauf deuten Beobachtungen hin, die bei Ausdehnungen entstehen.

Auch andere Zwergplaneten im Kuipergürtel wie Eris oder Makemake haben wahrscheinlich eine ähnliche Entstehungsgeschichte – und könnten somit ebenfalls flüssiges Wasser unter der Oberfläche beherbergen.

Links:
Studie in „Nature“


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