„Nano-Trojaner“ als COVID-19 Impfung

Written by on 12. August 2020

Wiener Forscher wollen die Immunisierung gegen COVID-19 mit einem synthetischen Nachbau des SARS-CoV-2-Virus auslösen.

In Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Avalon GloboCare wollen Forscher vom Institut für Synthetische Bioarchitekturen der Boku eine Impfung entwickeln, die per „Nano-Trojaner“ über die Nasenschleimhaut in den Körper gelangt.

„Wir haben die Bausteine im Labor, um ein funktionales Nano-Abbild von Viren herzustellen. Dieses Strukturabbild soll über den gleichen Weg wie das Covid-19-Virus in die Zellen eindringen und dort unser Immunsystem aktivieren“, wird Uwe B Sleytr vom Department für Nanobiotechnologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien in einer Aussendung zitiert. Selbstorganisierende Proteine sollen die Oberfläche des SARS-CoV-2-Virus imitieren und eine Immunantwort auslösen.

Trojanisches Pferd ohne Krieger

Die neue Impflösung wird nicht gespritzt, sondern über die Nasenschleimhaut in den Körper eingeführt. Anhand der Struktur des Präparats soll das Immunsystem lernen, wie es mit dem tatsächlichen Erreger umgehen soll. Sobald der Körper tatsächlich infiziert ist, kann das Immunsystem entsprechend schnell reagieren.

Die Wissenschaftler Uwe Sleytr und Eva-Kahtrin Ehmoser erklären die Wirkung anhand eines Bildes: die im Labor hergestellten Viren würden wie ein „trojanisches Pferd ohne Krieger“ funktionieren. „Wenn es gelingt, unser Immunsystem durch virusähnliche Nanopartikel zu ‚warnen‘, haben wir eine ganz neue Strategie in der Hand, die Pandemie zu bekämpfen“, so Ehmoser.

Links:
Institut für Synthetische Bioarchitekturen der BOKU Wien


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