Marserkundung per Hubschrauber

Written by on 21. Juli 2020

Gemeinsam mit dem Mars-Rover „Perseverance“ soll auch ein Gerät für Luftaufnahmen zum Roten Planeten starten.

„Unser Mars-Helikopter wird erstmals Flüge in der Atmosphäre eines anderen Planeten durchführen“, freut sich MiMi Aung vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena. „Wir habe noch nie ein rotor-betriebenes Fluggerät über die Oberfläche eines anderen Himmelskörpers fliegen lassen.“ Die Wissenschaftlerin ist Teil eines Teams am JPL, das diesen speziellen, futuristisch anmutenden Flugkörper entwickelt und getestet hat. „Damit erweitern wir unsere bisherige Erforschung des Weltraums mit Sonden in Umlaufbahnen und Rovern auf dem Boden nun durch einen Blickwinkel aus der Luft.“

Erkundung aus der Luft

Die NASA erkundete bisher sowohl die Umlaufbahn als auch den Boden des Mars, nicht aber deren Luftraum. Die Frage, ob die Rotoren auch bei anderen Luftbedingungen zum Fliegen verhelfen und stabil halten, ist Teil der Mission. In zukünftigen Missionen könnten Sonden und Rotoren auch zu umfangreicheren Flügen verwendet werden. Wissenschaftler erhoffen sich durch das Überfliegen der Marsoberfläche neue Erkenntnisse, da andere Perspektiven möglich sind.

Ist der Helikopter einmal am Mars unterwegs, können die Wissenschaftler nur mehr zeitversetzt beobachten. Denn ein Funksignal benötigt annähernd eine Viertelstunde von der Erde zum Mars. Der Hubschrauber muss also selbsttätig unterwegs sein. Einziger „Pilot“ ist die Software an Bord, die das umliegende Gelände scannt und Flugmanöver einleiten muss.

Testlauf für bemannte Mission

Auch für Missionen zu anderen Planeten wird der Helikopter bereits angedacht. „Es gibt Plätze, deren Erkundung für Rover oder gar für Menschen schwierig bis unmöglich sind“, erklärt Håvard Grip, der beim Jet Propulsion Laboratory (JPL) für Flugkontrolle und für Aerodynamik des Mars-Helicopters zuständig ist. „Aber Helikopter sind viel mobiler und können Stellen erkunden, die anders für uns nicht zu erreichen und nicht einzusehen wären.“

Jene Drohne, die nun zum Mars geschickt wird, wird keine großen Strecken zurücklegen. Trotzdem betont Aung die Wichtigkeit dieser Technologie: „Sobald Menschen den Mars erforschen, wird es wichtig, im Voraus hochaufgelöste Bilder des Geländes zu bekommen; über viele Kilometer hinweg, bevor die Astronauten es betreten.“ Steile Gesteinsformationen und Felswände oder auch das Innere von Vulkanen kann auf diese Weise erforscht werden. „Was Rover oder Menschen nicht schaffen, könnten künftig Helikopter übernehmen.“ Der Mars Rover und sein Begleiter sollen am 30. Juni abheben und voraussichtlich im Februar 2021 auf dem Mars landen.

Links:
Informationen der NASA zum Mars Helicopter


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