Leben in Quarantäne: Tipps von Ex-Astronaut

Written by on 6. April 2020

Trainingsprogramm soll Konflikte besser lösen helfen und die Tage der Isolation erleichtern.

Wer in der Coronakrise auf engem Raum mit anderen Personen zusammenwohnt, hat besondere Herausforderungen zu meistern. Konflikte sind vorprogrammiert. Der ehemalige NASA-Astronaut Jay Buckey hat nun ein Online-Trainingsprogramm zusammengestellt, um Tricks und Wissen für diese spezielle Situation zu vermitteln. Er gibt Tipps, wie in einem angespannten Miteinander besser gelebt werden kann.

Übungen, Tipps und Reflexion

Buckey ist inzwischen Professor für Medizin am Dartmouth College im US-Bundesstatt New Hampshire. Dies hat ihn dazu inspiriert, seine Plattform „Dartmouth Path Programm“ zu nennen. In einem Online-Training gibt es Übungen zu Konfliktlösungen, wie mit schlechter Laune umgegangen werden kann und zur Selbstreflexion der eigenen Emotionen, um möglichst früh Zeichen von Stress zu erkennen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen beurteilen, ob die eigenen Reaktionen der Situation angemessen sind oder sie vorschnelle Urteile fällen. Außerdem enthält Buckeys Programm Atemübungen und Methoden zur Muskelentspannung und Tipps zur Vorbeugung von Depressionen.

Allein und gemeinsam

Zentral ist Buckeys Botschaft, dass auf die Balance zwischen Zeit in der Gruppe und Zeit für sich selbst geachtet werden soll: “Man muss Menschen ihre Privatsphäre erlauben, aber man darf es nicht erlauben, dass sie sich isolieren und von der Gruppe abspalten. Wenn jemand all seine Zeit in seinem Zimmer verbringt und die Tür verschlossen hält, dann ist das nicht gut. Leute zu zwingen, an Gruppenaktivitäten teilzunehmen, die sie einfach nicht freuen, ist aber auch nicht gut.”

Spezielles Training

Jay Buckey war 1998 an Bord der Columbia. Laut Guardian sind derartige Trainings elementarer Bestandteil in der Astronautenausbildung. Auch auf der Erde sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oft mit Situationen konfrontiert, die Isolation bedeuten und ihnen Entbehrungen abverlangen. “Das schlechteste, was du machen kannst, ist, dich auf den Zeitpunkt zu konzentrieren, wenn die Isolation endet”, so der britische Meereswissenschaftler Pete Davis, der bereits bei langen Antarktis-Expeditionen teilnahm. Es sei wichtig, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren und zu planen, was heute und morgen zu tun sei.

Auf die Kleinigkeiten achten

Meist sind es die kleinen Dinge, die in Ausnahmesituationen zu Problemen führen: „In der Antarktis bricht normalerweise kein riesiger Konflikt aus, aber es gibt kleine nervige Dinge. So etwas wie: Wenn du dir einen Tee zubereitest, frag unbedingt die anderen auch, ob sie einen wollen. Das ist eine kleine Sache, aber Menschen kann das ganz schön unter die Haut gehen.”

Links:
Dartmouth Path Programm
Artikel Guardian
Jay C. Buckey (Wikipediaeintrag)


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