Lärmpegel als Richtwert für Corona-Gefahr

Written by on 24. August 2020

Wo mehr Lärm und Leute, da auch mehr Gefahr einer Infektion – so lauten neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

Die Übertragung und Verbreitung von Corona ist bereits viel bekannt: So zählen neben Schmier- und Tröpfcheninfektionen auch Aerosole als Überträger von Viruspartikeln. Das Perfide an Viren ist, dass wir sie nicht mit freiem Auge sehen und somit durch die Wahrnehmung mit unseren eigenen Sinnen ausweichen können. Tatsächlich gibt es nun wissenschaftliche Indizien, dass uns der Gehörsinn beim Aufspüren von Corona-Gefahrenherden helfen kann. Denn Reden und Singen fördert die Verbreitung von Sars-CoV-2 – und somit ist die Quelle hörbar. Cluster würden sich vor allem dort bilden, wo es laut ist, „weil vor allem beim Singen oder lautem Sprechen, die Tröpfchen besonders stark produziert werden und dann kann eine bereits infizierte Person besonders viele Menschen anstecken“, so Thomas Czypionka, Mediziner und Gesundheitsökonom.

Untermauert wird diese These von einer Cluster-Studie der AGES in Österreich. Diese besagt, dass abgegrenzte Corona-Cluster aus dem Bereich Freizeit besonders bei Gruppensport, Gottesdiensten, Chorgesang, in Bars, Bei Tanzkursen, Begräbnissen und Après-Ski nachgewiesen werden konnten.

Je lauter, desto gefährlicher

Im beruflichen Umfeld gilt dabei ebenfalls die Faustregel mit dem Lärmpegel: in ruhigen Büros mit viel Abständen zwischen den Angestellten wurden kaum Cluster festgestellt, an lauten Arbeitsplätzen wie in Schlachthöfen oder Postverteilerzentren gab es jedoch Häufungen.

Aufgrund der lauten Maschinen und Fließbänder sind die Mitarbeiter dazu gezwungen, beim Sprechen lauter zu sein. Die Tröpfchen häufen sich besonders in Räumen, wo wenig gelüftet wird wie in Schlachthäusern, die permanent gekühlt werden müssen.

Wer sich also bewusst von Orten fernhalten will, an denen die Wahrschienlichkeit einer Ansteckung höher ist, sollte zum einen geschlossene Räume mit vielen Menschen meiden und zum anderen auf die Lautstärke achten.


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