Komet mit ultravioletter Aurora

Written by on 24. September 2020

Vergleichbar mit den Polarlichtern auf der Erde erscheinen Lichter rund um den Kometen Tschuri, wenn er auf Sonnenpartikel trifft.

Durch Sonnenwinde entsteht das Phänomen von Lichtern, die auf der Erde als Polarlichter oder Aurora Borealis auftauchen. Auch beim Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko („Tschuri“) haben Forscher nun eine Aurora entdeckt, allerdings im ultravioletten Wellenlängenbereich.

Verursacht werden solche Lichtphänomene durch von der Sonne kommende Elektronen, die auf Gase rund um den Himmelskörper treffen. Dies ist auch auf Tschuri der Fall, wie ein internationales Forscherteam feststellen konnte. Die Daten erhielten sie von der Rosetta-Mission der Europäischen Weltraumbehörde (ESA). An Bord der Rosetta befindet sich Rosina, ein Massenspektrometer der Universität Bonn, die die Daten zu Zusammensetzung und Dichte des Gases rund um Tschuri sammelte.

Der Komet „Tschuri“, wie er von der Rosetta aufgenommen wurde. Credit: ESA

Elektronen, nicht Photonen

Tschuri besitzt allerdings kein Magnetfeld wie die Erde. Die Aurora um Tschuri leuchtet deswegen diffuser als die verwandten Polarlichter auf der Erde. Für das menschliche Auge ist Tschuris Leuchten unsichtbar, da es sich im ultravioletten Bereich bewegt.

Die Lichter tauchen dann rund um Tschuri auf, wenn er sich negativ geladenen Sonnenteilchen nähert. Die Teilchen brechen Wassermoleküle in der Umgebung auf, woraufhin Wasserstoff- und Sauerstoffatome in einen angeregten Zustand übergehen. Das Leuchten entsteht, wenn die entstandene Energie als UV-Strahlung abgegeben wird.

 „Rosetta ist die erste Mission, die eine Aurora im UV-Bereich bei einem Kometen beobachtet hat“, sagte Matt Taylor von der ESA. Zwar waren die ultravioletten Emissionen des Kometen bereits vor der Rosetta-Beobachtung bekannt, doch nahmen die Wissenschaftler damals an, die Aurora würde durch Photonen und nicht – wie jetzt bekannt wurde – durch Elektronen verursacht.

 Ultraviolette Emissionen um den Kometen entdeckten Astronomen zwar bereits früher. Damals nahm man allerdings an, dass Photonen – und nicht Elektronen – für das Phänomen verantwortlich seien.

Links:
Komet „Tschuri“ auf Wikipedia

Artikel im Fachmagazin Nature


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