Klimaschäden gehen auf Konto von Reichen

Written by on 24. September 2020

Laut einer Studie verursacht das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als doppelt so viel Kohlendioxid-Ausstoß wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen.

Aus einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam, die im Vorfeld der Generaldebatte der 75. UNO-Vollversammlung in New York veröffentlicht wurde, geht hervor, dass besonders Wohlhabende für einen vielfach höheren CO2-Ausstoß verantwortlich. Darauf gründen die Forderungen von Oxfam: um die Kohlenmonoxid-Emissionen zu verringern, müssten die reichsten der Menschheit deutlich weniger CO2verursachen. Zudem empfiehlt die Organisation Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und eine klimagerechte Ausrichtung der Weltwirtschaft.

Klimaschädlicher Wohlstand

Der Untersuchungszeitraum des Berichts erstreckt sich auf die Jahre zwischen 1990 bis 2015. In dieser Zeitspanne haben sich die Emissionen global gesehen verdoppelt. Laut Oxfam entfallen 52 Prozent des CO2-Ausstoßes auf 630 Millionen Menschen – das entspricht zehn Prozent der Weltbevölkerung. Ein Prozent der Menschheit (63 Millionen) hätten einen so hohen Verbrauch, dass sie für 15 Prozent der Emissionen verantwortlich seien. Im Gegensatz dazu benötigte die ärmere Hälfte auf unserem Planeten nur sieben Prozent.

An vielen Orten gäbe es bereits jetzt irreversible Schäden und deutliche Folgen des Klimawandels.  „Verantwortlich dafür ist eine Politik, die auf Konsumanreize setzt, immerwährendes Wachstum verspricht und die Welt ökonomisch in Gewinner und Verlierer spaltet“, sagte Ellen Ehmke, Expertin für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland. „Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis.“

Für Österreich gelten ähnliche Verhältnisse. Erst vor kurzem veröffentlichte Greenpeace Zahlen, die belegen, dass die oberen zehn Prozent der österreichischen Privathaushalte viermal soviel klimaschädliche Emissionen verursachen wie die ärmsten zehn Prozent dieses Landes.

Links:
Oxfam-Bericht


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