Influencer über den Tisch gezogen

Written by on 25. Dezember 2020

Für die Bewerbung ihres Produkts konnte ein Unternehmen sogar Geld einnehmen – mit einem gemeinen Trick.

Die Firma „SkinGlo“ konnte einige Influencer dazu bringen, ihr Produkt zu kaufen und kostenlos zu bewerben. Die weiblichen Social-Media-Stars sollten einen Gesichtsschwamm bewerben, und das zu einem guten Deal: Für Fotos auf ihren Kanal wollte Skinglo ihnen 450 Euro zahlen. Auf der Webseite ist dieses Angebot noch immer zu finden. Die Bilder sollten zunächst mit Watermark geschickt werden, erst wenn die Zahlung erfolgt ist, sollten sie diese online stellen.

Allerdings müssen Interessierte das Produkt dafür aus eigener Tasche bezahlen. Zwar bietet SkinGlo einen 50-Prozent-Gutschein, der Schwamm beläuft sich aber immer noch auf 40 Euro.

Haben die Frauen erst einmal Geld ausgegeben, rührt sich allerdings niemand mehr aus dem Unternehmen, auch wenn die verlangten Fotos zugeschickt werden. Auf der Instagram-Seite von SkinGlo gibt es seit Wochen keine Aktivitäten. In einem YouTube-Video gesteht nun eine der angesprochenen Influencerinnen, ein Scam-Opfer geworden zu sein.

Kaum Konsequenzen erwartet

Die Angebote der Firma hätten durchaus seriös gewirkt. So waren diese etwa nicht über die Direct-Messaging-Funktion von Instagram hereingeflattert, sondern per E-Mail von einem vermeintlichen Marketing-Mitarbeiter verschickt. Dem Online-Portal The Verge sind mittlerweile sieben Fälle bekannt, in denen dieser Trick funktioniert hat. Wahrscheinlich ist jedoch, dass wesentlich mehr User auf den verlockenden Deal hereingefallen sind.

Für die jeweilige Person hält sich der Schaden in Grenzen, mit den Verkäufen könnte das Unternehmen aber ein ordentliches Plus gemacht haben – nicht zuletzt, weil einige Influencer das Produkt auch ohne vorherige Überweisung der versprochenen 450 Euro beworben hatten.

SkinGlo wird wohl glimpflich davon kommen, denn bei einer Schadenssumme von 40 Euro wird wohl niemand einen Anwalt engagieren oder gar Klage einreichen. Vermutlich war auch das ein kalkuliertes Risiko.

Links:
Kooperationsangebot von SkinGlo
Artikel von The Verge


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