Impfstoff gegen Corona von Tabakkonzern

Written by on 2. April 2020

Der Hersteller von Lucky Strike und Dunhill möchte ab Juni einen Impfstoff gegen Corona herstellen.

Außergewöhnliche Zeiten fördern außergewöhnliche Entwicklungen. Nachdem etwa SpaceX Beatmungsgeräte herstellt und Nähereien auf Maskenproduktion umstellen, hat nun ein Tabakkonzern ebenfalls ein neues Geschäftsfeld entdeckt. Gewöhnlich sind deren Tabakprodukte gesundheitsgefährdend, nun entwickelt British American Tobacco (BAT) Impfstoffe – mit Tabak.

Eine tragende Rolle spielen dabei weniger deren Marken Lucky Strike und Dunhill, sondern deren Tochterfirma Kentucky BioProcessing. Das auf Biotechnologie spezialisierte Forschungsunternehmen setzt Tabak nun für die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes ein.

Bis zu 3 Millionen Impfdosen pro Woche

Die Ironie, dass gerade ein Tabakkonzern Impfstoffe herstellen will, zeigt sich an Daten aus China und Italien: Demnach sind Raucherinnen und Raucher anfälliger für Corona-Infektionen und haben durchschnittlich schwerere Krankheitsverläufe.

Derzeit sei der Impfstoff in der vorklinischen Prüfung, so BAT. In dieser Phase der Forschung werden noch keine Tests am Menschen durchgeführt und auch eine behördliche Genehmigung liegt noch nicht vor. Sollten die Testung erfolgreich sein, möchte BAT bereits im Juni bis zu drei Millionen Impfdosen pro Woche produzieren. Der Konzern setzt dafür auf die Zusammenarbeit mit Partnern und Behörden.

Laut Kentucky BioProcessing sei für die Herstellung des Impfpräparats zunächst ein Teil des Gens von SARS-CoV-2 geklont worden. Daraufhin entwickelten die Forscher ein Antigen, auf dass das menschliche Immunstem reagiert und mit der Produktion von Antikörpern beginnt. Hier kommen die Tabakpflanzen ins Spiel: Zur Vermehrung dieses Antigens wurden diese eingesetzt.

Durchbruch gelungen

Die Technologie unter Verwendung von Tabakpflanzen sei ein „bedeutender Durchbruch“, meint Forschungsdirektor David O´Reilly. BAT wolle mit allen relevanten Beteiligten sowie Regierungen kooperieren, um dem Coronavirus den Kampf anzusagen. Laut eigenen Angaben steht der Konzern bereits mit den Gesundheitsbehörden in den USA und in Großbritannien in Kontakt.

Von behördlicher Seite wird allerdings gebremst. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) schätzt, dass bis zur Zulassung des Impfstoffs noch ein Jahr vergehen könnte. Zudem müsste dann erst eine relevante Menge an Impfstoff produziert werden.

Links:
British American Tobacco Österreich
Kentucky BioProcessing
Europäische Arzneimittelbehörde


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