Google möchte Medieninhalte kaufen

Written by on 25. Juni 2020

Durch Kooperationen mit Medienhäusern fallen die Paywalls vor redaktionellen Texten.

In drei Ländern möchte Google mit großen Medienhäusern kooperieren, indem sie für deren Inhalte bezahlt und diese den Google-Usern kostenlos zur Verfügung stellt. Der Internetgigant wolle „Lizenzen über qualitativ hochwertige Inhalte für ein neues Nachrichtenformat erwerben“ und diese noch im Laufe des Jahres über Google anbieten, verkündete Google.

Nutzer sollen damit kostenpflichtige Artikel auf den Internetseiten das jeweilige Medien lesen können, ohne dafür zahlen zu müssen. „So können Verlage, die eine Paywall einsetzen, ihre Reichweite vergrößern und den Nutzern die Möglichkeit geben, Inhalte zu lesen, die sie normalerweise nicht sehen“, erklärte Google das Win-win-Modell.

Ein Testlauf soll in Deutschland, Brasilien und Australien stattfinden. In Deutschland kooperieren das Nachrichtenmagazin „Spiegel“, die Wochenzeitung „Die Zeit“ und die Tageszeitungen „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Rheinische Post“ und „Tagesspiegel“ an dem Projekt.

Verpflichtende Nutzungsgebühren

Die Kritik auf große Internetunternehmen war in den letzten Jahren gewachsen, da diese mit den Inhalten der Medienhäuser arbeiten, ohne sie dafür zu vergüten. Denn auch mit kostenlos zugänglichen Inhalten können Zeitungen auf ihren Onlineportalen Gewinne über Werbeschaltungen erwirtschaften, die allerdings von den Klickzahlen abhängen. Dies führte dazu, dass die australische Regierung eine Regelung erlassen will, die US-Unternehmen zu Nutzungsgebühren verpflichtet, wenn diese von Inhalten australischer Medienhäuser profitieren. Auch die französische Kartellbehörde verdonnerte Google dazu, sich auf Verhandlungen über Nutzungsgebühren einzulassen.

Bisher war Google nicht bereit, für Medienhinhalte wie Nachrichten, Fotos oder Videos Entgelte zu entrichten – dazu ist der Konzern spätestens seit der EU-Urheberrechtsreform von 2019 verpflichtet.


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