Erstmals Fotos von Plasmafäden der Sonne gelungen

Written by on 14. April 2020

Auf den Bildern sind die Stränge in der Sonnenatmosphäre deutlich zu erkennen

Erstmals konnten Wissenschaftler die Plasmafäden in der Korona der Sonne auf fotografisch festhalten. Diese Fäden haben Temperaturen von mehreren Millionen Grad und dehnen sich über ca 500 Kilometer. Die Existenz dieser Stränge ist keine Neuheit, doch konnten sie erstmals von Forschern der University of Central Lancashire (UCLAN) fotografiert werden. Gemeinsam mit dem Marshall space Flight Center (MSFC) der NASA wurden die Bilder analyisiert.

Die Aufnahmen gelangen mit dem hochauflösnden Coronal Imager der NASA, kurz Hi-C genannt. Dieser kann Strukturen ab einer Größe von 70 Kilometern abbilden; das entspricht 0,01 prozent der Sonnengröße. Die Ergebnisse wurden in einer Studie im Fachmagazin „Astrophysical Journal“ veröffentlicht.

Ultrahochauflösende Aufnahmen

Den bedeutenden Unterschied zu vorherigen Fotoaufnahmen erklärt Projektleiter Robert Walsh von der UCLAN: “Bisher haben Solarastronomen unseren nächsten Stern in Standard Definition beobachtet. Die außergewöhnliche Qualität der vom Hi-C-Teleskop bereitgestellten Daten erlaubt es uns, zum ersten Mal einen Teil der Sonne in Ultrahochauflösung zu überblicken. Wir sehen die Bestandteile, aus denen die Atmosphäre des Sterns besteht.“

Ein Rätsel bleibt bisher, wie die Plasmafäden entstehen. Die Aufnahmen von Hi-C sollen neue Erkenntnise über die magnetische Sonnenatmosphäre ermöglichen. Die Wissenschaftler wollen nun weitere Daten sammeln, unter anderem wollen sie den Solar Orbiter der ESA dafür nutzen. “Dies ist eine faszinierende Entdeckung, die unser Verständnis des Energieflusses durch die Sonnenschichten und bis zur Erde selbst verbessern könnte. Das ist wichtig, wenn wir das Verhalten unseres lebensspendenden Sterns formen und vorhersagen wollen”, so Tom Williams, Co-Autor der Studie.

Links:

Forschungsinformationen der UCLAN
Artikel in “Astrophysical Journal”

Bildcredits: UCLAN


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