Eisberg bedroht Insel

Written by on 12. November 2020

Die Insel Südgeorgien im Südatlantik liegt genau auf dem Kurs des riesigen Eisbergs A68a, wodurch das tierische Leben in Gefahr gerät.

Laut der europäischen Weltraumorganisation (ESA) steuert ein Eisberg namens A68a direkt auf die Insel Südgeorgien zu. Dieser hat mit ca. 3.500 Quadratkilometern etwa die gleiche Fläche wie die Insel selbst. Läuft der Gigant auf Festland auf, könnte er bis zu zehn Jahre dort bleiben und damit die Nahrungssuchen von Pinguinen und Robben behindern. Tierisches Leben auf dem Meeresboden würden nach der Kollision zerstört. Derzeit befindet sich A68a etwa 350 Kilometer entfernt von Südgeorgien und könnte, so die Hoffnung, durch geänderte Meeresströmungen noch an der Insel vorbei gleiten.

Hier sieht man den Weg des Eisbergs, der direkt auf die insel Südgeorgien hinführt. Bildcredit: Sentinel/ESA/ntarctic Iceberg Tracking Database

Auf Kollisionskurs

Die Reise der Eismasse begann im Juli 2017, als der Eisberg A68 vom Larsen-Schelfeis an der Ostküste der Antarktischen Halbinsel löste. Zunächst war er mit rund 5.800 Quadratkilometern Fläche einer der größten jemals bekannten Eisberge. Im Laufe der Zeit zerbrach der Eiskoloss in zwei Teile, der Hauptteil wird seitdem A68a genannt. Die ESA rechnete zunächst damit, dass der Eisberg in weitere Teile zerbrechen würde, da er sich auf rauere Gewässer zubewegte. Seit vier Monaten wachsen die Befürchtungen, dass die Eismasse auf Südgeorgien trifft.

Die Inselgruppe Südgeorgien mit der gleichnamigen Hauptinsel befindet sich 1.400 Kilometer östlich der argentinischen Küste. Sie gehören zum britischen Überseegebiet Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln, wobei Argentinien auf die Gebiete Anspruch erhebt. Südgeorgien ist nur spärlich besiedelt, beherbergt aber Millionen Pinguine. Bei einer Kollision mit einem Eisberg im Jahr 2004 wurden zahlreiche tote Pinguin- und Robbenjunge entdeckt.


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