Deepfakes für alle möglich

Written by on 2. April 2020

Inzwischen benötigt Künstliche Intelligenz nur mehr ein einziges Foto für die Animation von Gesicht und Körper.

Die Entwicklung auf dem Gebiet der Deepfakes war in letzter Zeit rasant. Noch vor wenigen Jahren schienen diese kaum möglich, da trotz massiver Rechenleistung nur mäßig gute Animationen entstanden. Der Computerwissenschafter Károly Zsolnai-Fehér stellte nun eine Weiterentwicklung von Deepfakes auf seinem YouTube-Kanal „Two Minute Papers“ vor.

Darin ist zu sehen, wie er die Ergebnisse der Forschungsarbeit „First Order Motion Model for Image Animation“ der Universität Trento umsetzt. Er beweist damit eindrucksvoll, dass anhand des neuen Algorithmus´ Deepfakes für praktisch jeden möglich sind und gibt Ausblicke auf deren Möglichkeiten.

Einzelnes Bild reicht aus

Alles, was für Deepfakes nun notwendig ist, ist ein Foto der Person, die man animieren will, und ein Video von sich selbst. Die Künstliche Intelligenz übernimmt den Rest. Zsolnai-Fehér lässt internationale Politiker, Schauspieler und selbst Gemälde und Statuen nach seiner Vorlage sprechen und sich bewegen.

Die KI hat einen Entwicklungsgrad erreicht, sodass sie mit einem Minimum an Quellmaterial realistisch ableiten kann, wie ein Gesicht beim Sprechen aussieht. Nicht nur Mund und Augen werden dabei in Bewegung versetzt, sondern auch menschliche Details wie Falten. Diese Informationen mussten bis dato vorab definiert werden. Auch Kopfdrehungen werden in vielen Fällen bereits glaubwürdig animiert.

Kleinere Schwächen sind noch erkennbar. Wird der Kopf zu schnell gedreht, kann es zu kurzen Verzerrungen kommen. Zsolnai-Fehér ist überzeugt, dass die Optimierung nur noch wenig Arbeit benötigt: “Zwei Paper später wird das noch besser und billiger machbar sein“.

Alles Mögliche wird animiert

Die Möglichkeiten der neuen KI beschränken sich nicht auf menschliche Gesichter. Auch Ganzkörperaufnahmen sind kein Problem als Vorlage für die Animation. Auch Tiere, Cartoons und Roboter können auf diese Art belebt werden. Der Algorithmus kommt auch damit zurecht, wenn sich Gliedmaßen überlappen.

Zsolnai-Fehér ist sich nicht nur der Möglichkeiten, sondern auch der Gefahren dieser Technologie bewusst. Er sieht sich in der Pflicht, in der Öffentlichkeit ein breites Bewusstsein über die technischen Möglichkeiten von Deepfakes zu schaffen. Er nimmt auch Einladungen zu Konferenzen und Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern wahr. Dies sei ihm ein großes Anliegen und er tue dies unentgeltlich.

Links:
Two Minute Papers
First Order Motion Model for Image Animation


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