Corona passt sich an Menschen an

Written by on 11. Mai 2020

Mutationen des Coronavirus könnten die Entwicklung von Impfungen und Medikamenten verzögern.

Während der letzten Monate hat sich das neuartige Sars-CoV-2-Virus rasant über den ganzen Planeten verbreitet und sich dabei teilweise verändert. In einer Studie der Londoner Universität für Hygiene und Tropenmedizin wurden 5.300 Genome des Virus aus 62 Ländern analysiert, das Ergebnis: Meist bleibt das Virus stabil, aber auch Mutationen sind unter den erhobenen Proben. In zwei Fällen konnte eine Änderung am sogenannten Spike-Protein festgestellt werden, das als Schlüssel zur Infektion einer menschlichen Zelle dient.

Laut dem Guardian könnten die Wissenschaftler noch nicht genau sagen, ob die Mutation das Virus grundsätzlich verändere. Studienleiter Martin Hibberd betont, dass solche Änderungen am Spike-Protein äußerst selten auftreten. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, welche Mutationen notwendig waren, damit der Virus von Tieren auf Menschen überspringen konnte. Die Studie ist bereits veröffentlicht, derzeit wird ein Peer Review abgewartet.

Frühwarnung

Derzeit befinden sich Medikamente und auch Impfstoffe in Entwicklung, die sich gezielt mit der Wirkung dieses Spike-Proteins befassen. Durch Mutationen besteht die Gefahr, dass diese unwirksam sein könnten. „Das ist eine frühe Warnung”, so der Infektiologe Hibberd. “Wir arbeiten an Impfungen und anderen Therapien gegen das Spike-Protein, weil es ein gutes Ziel ist. Wir müssen es aber genau beobachten und sicherstellen, dass keine Mutation diese Ansätze zunichtemacht”.

Die Ergebnisse der Londoner Forscher müssen nicht unbedingt relevant sein, sollten aber berücksichtigt und weiter beobachtet werden.

Ansteckender durch Mutation?

Vor wenigen Tagen kam eine andere Studie zum Schluss, dass eine Veränderung des Spike-Proteins das Coronavirus ansteckender macht. Unter Wissenschaftlern herrscht darüber aber Skepsis.

Links:
Artikel in The Guardian


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