Corona: Neue Erkenntnisse zur Immunität

Written by on 19. Juni 2020

Laut einer Studie könnte auch eine bereits durchlaufene Infektion nicht vor einer Neuerkrankung schützen, wenn der Verlauf milde war.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen dafür, dass ehemals an Corona erkrankte Personen einen unterschiedlichen Grad an Immunität aufweisen. Patienten mit mildem Verlauf haben dabei eine weniger starke Abwehr als jene, die stärkere Symptome durchlaufen mussten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die die Immunität von 74 ehemals Corona-Kranken der Stadt Chongqing mit und ohne Symptome verglichen haben.

Die chinesischen Forscher fanden heraus, dass lediglich 62,2 Prozent aus der Gruppe ohne Symptome kurze Zeit nach der Infektion noch Kurzzeit-Antikörper im Blut aufweisen. In der Vergleichsgruppe derer mit Symptomen waren es 78,4 Prozent.

Die Immunstärke sinkt dabei auch weiterhin relativ schnell, denn nach acht Wochen ging die Anzahl der Antikörper in der symptomlosen Gruppe um 81,1 Prozent zurück, in der anderen Testgruppe um 62,2 Prozent. Außerdem wiesen die asymptomatischen Personen weniger Zellproteine auf, die an der Immunabwehr beteiligt sind. Daraus ist zu schließen, dass deren Immunantwort auf das Coronavirus schwächer ausgefallen war.

Die Theorie, dass jeder nach einer Covid-19 Infektion gegen eine Neuerkrankung immun ist, wackelt nun. „Diese Daten könnten auf die Risiken der Verwendung von Covid-19-‚Immunitätsausweisen‘ hinweisen“, schreiben die Autoren der Studie.

Bisherige Daten nur von schweren Verläufen

Die bisherigen Annahmen in Bezug auf Corona-Immunität stützten sich auf immunologische Daten von Patienten aus Krankenhäusern, die an schweren Verläufen litten, informiert Danny Altmann, Professor für Immunologie am Imperial College in London. Diese Daten seien jedoch wenig repräsentativ, da die meisten Infizierten nur leichte oder auch gar keine Symptome aufweisen. Deswegen sei es besonders wichtig, deren Abwehrkräfte zu untersuchen und ob deren Immunität auch von Dauer sei.

Der nun erwiesene signifikante Rückgang von Antikörpern innerhalb von nur zwei Monaten sei laut de Altmann „ein wichtiger und möglicherweise beunruhigender Punkt. Obwohl es sich hierbei um eine recht kleine Stichprobe von Patienten handelt, gibt es den Bedenken recht, dass die natürliche Immunität gegen Coronaviren recht kurzlebig sein kann.“

Links:
Studie im Fachmagazin „Nature medizine“


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