Corona-Krise als Ausstellungsobjekt

Written by on 13. Juli 2020

Das Technische Museum in Wien zeigt in einer neuen Ausstellung namens „Corona Impact“, welche Auswirkungen die Krise in Folge der Corona-Pandemie hat.

Eine erste Rückschau auf die Corona-Krise in Ausstellungsobjekten zeigt nun das Technische Museum Wien (TMW). Darunter sind exemplarisch ein Quarantänebett vom ORF Burgenland oder ein Einkaufswagen, gefüllt mit Klopapier und Dosenbrot. In der Pop-up-Schau „Corona Impact: An-Denken in 17 Stationen“ wirft das Museum einen ersten Blick zurück.

Exemplarisch

Die Auswahl der Objekte erfolgte nach den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen. Diese sind Bestandteil des Leitbilds des TMW, seit Peter Aufreiter Anfang des Jahres als Generaldirektor angetreten ist.  Die 17 Stationen der Installation zeigen Ausschnitte aus dem Alltag während der ersten Phase der Corona-Krise: Ein Gabenzaun (Ziel 1: Armut beenden), Playmobilfiguren, die systemrelevante Berufe darstellen (Ziel 5: Gleichstellung der Geschlechter) oder ein 9-Liter-Wasserkanister, der jene Wassermenge darstellt, die einer Familie im Flüchtlingslager auf Lesbos täglich zur Verfügung steht (Ziel 6: Wasser und Sanitärversorgung für alle).

Der bereits zum Star gewordene Babyelefant ist auch vertreten, und zwar als Modell aus Upcycling-Materialien.

Mulitmediales Museum

Viele Besucher könnten einen Bezug zu eigenen Erfahrungen herstellen, so Aufreiter. Mann wolle „zum Denken und Diskutieren anregen“, so der Generaldirektor. Das Museum hätte sich entschieden, diese einzigartige Phase gleich nach Wiedereröffnung des Hauses zum Thema zu machen.

Auch digitale Inhalte ergänzen die Installation. Neben 17 Objekten vor Ort wird die Ausstellung durch 17 Kurzvideos auf dem YouTube-Kanal des TMW ergänzt. Durch QR-Codes können diese im Museum über das Smartphone abgerufen werden.

Im sogenannten „10-Megabyte-Museum“ sammelt das TMW digitale Inhalte, derzeit ebenfalls mit einem Schwerpunkt auf die Corona-Auswirkungen. Bei Station 4 (Bildung für alle) werden dementsprechend auch Social Media-Beiträge gezeigt, in denen Schüler auf die veränderten Bedingungen Bezug nehmen – Stichwort Home Schooling.

Corona-Auswirkungen auf Museumsbetrieb

Wie alle anderen Museen konnte das TMW am 30. Mai wieder seine Pforten für Besucher öffnen. Die Auslastung liegt im Vergleich zum Vorjahr bei 50 bis 60 Prozent – besonders die rund 30 Prozent ausländischen Gäste sind hier beinahe gänzlich weggefallen.

Die Mitarbeiter konnten bereits alle aus der Kurzarbeit geholt werden. Das TMW sei liquide, die Verluste könne man am Jahresende genauer abschätzen. Aufreiter hofft auf Unterstützung des Kunststaatssekretariats, auch wenn hoffentlich nicht viele Geldmittel zusätzlich nötig sein werden. Sorgen bereiten dem Generaldirektor eher die nächsten zwei Jahre; sollte sich die Besuchersituation nicht bessern, könnten dann die finanziellen Ressourcen nicht mehr ausreichen.

Links:
Sonderausstellung “Corona Impact”
10 Megabyte-Museum des TMW

Bilder:
© Technisches Museum Wien




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