Corona-Antikörpertest mit österreichischer Beteiligung

Written by on 31. März 2020

Schon bald soll hierzulande ein Test eingesetzt werden, der von Wiener Forscherinnen und Forschern mitentwickelt wurde.

Die Forschung ist sich einig, dass eine hohe Dunkelziffer an Coronafällen besteht und diese mit einem wirksamen Antikörpertest erhoben werden kann. Mit einer breit angelegten Testung kann herausgefunden werden, wieviel Prozent der Bevölkerung bereits eine Erkrankung mit COVID-19 hinter sich hat. Somit kann einerseits auf die derzeitige Dunkelziffer rückgeschlossen werden. Andererseits kann damit besser berechnet werden, wann ein entscheidender Grad an Gesamtimmunität erreicht wird und somit die strengen Quarantäne- bzw. Ausgangsbestimmungen früher gelockert werden können.

Test fordert Immunsystem zu Reaktion auf

Der österreichische Virologe Florian Krammer hat mit seinem Team in New York einen vielversprechenden Antikörpertest entwickelt. Der Nachweis von Antikörpern gegen das Coronavirus erfolgt mit der Testung einer Blutprobe. Wiener Forscherinnen und Forscher der Universität für Bodenkultur (Boku) wollen diesen Test nun nach Österreich holen.

Doch wie erkennt der Test die Antikörper? Das menschliche Immunsystem orientiert sich an einem speziellen Protein an der Oberfläche des SARS-CoV-2-Virus. Denn dieses Protein hilft dem Virus, in menschliche Zellen einzudringen. Unser Immunsystem erkennt die spezielle Oberflächenstruktur des Virus. Die Forschergruppe konnte die spezielle Zelllinie des neuartigen Coronavirus nachahmen, wodurch vorhandene Antikörper in der Blutprobe reagieren und somit die Immunität im Test anzeigen.

Wiener Unis holen Tests nach Österreich

Diesen Antikörpertest will nun ein Team unter der Leitung der Boku und der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmed) in Österreich etablieren. Sie wollen die dafür notwendigen Oberflächenproteine herstellen. Mit Hilfe dieser Proteine könnten mehrere Labors in Österreich gleichzeitig Schnelltests durchführen, so die Boku in einer Aussendung.

Die bisher verwendeten PCR-Tests suchen direkt nach dem Genmaterial des SARS-CovV-2. Der neu entwickelte Test schlägt auch an, wenn die Erkrankung schon vorbei ist. Besonders wichtig ist das in Fällen, in denen keine Symptome aufgetreten sind.

„Besonders wichtig ist es, Ärzte und Pflegepersonal zu testen“, so Reingard Grabherr von der Biotechnologie an der Wiener Boku.

Präparatherstellung startet noch diese Woche

Im Laufe dieser Wochen sollen die notwendigen Geräte für die Durchführung der Tests aus den USA eintreffen. Damit fällt dann der Startschuss zur Herstellung der Oberflächenproteine, die jene des SARS-CoV-2 imitieren sollen und für den Nachweis der Antikörper benötigt werden. Boku und Vetmed binden auch das Institut für Molekulare Pathologie (IMP), die Medizinische Universität Wien und die Uni Salzburg mit ein. Als Basis dienen tierische und bakterielle Zellsysteme.

Die so hergestellten Proteine werden diversen heimischen Labors zur Verfügung gestellt, die damit Schnelltests durchführen können. Diese Tests werden wahrscheinlich für eine längere Zeit benötigt und sollen in weiterer Folge auch an anderen Staaten geliefert werden. Grabherr: „Es ist unerlässlich, mehr zu testen, sowohl mit PCR-Tests, als auch mit Antikörpertests.”

Links:
Aussendung der Boku



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