Chipkrise wird 2022 zu Preiserhöhungen führen

Written by on 4. Januar 2022

Da die Chippreise aufgrund der Knappheit weiter steigen, werden dies auch die Endkunden spüren. Eine Analyse der Flohkrise. Auch im neuen Jahr sind elektronische Chips auf dem Markt sehr gefragt. Das liegt daran, dass es ohne sie kein technisches Gerät gibt: Neben Grafikkarten, Monitoren, Laptops und Smartphones werden sie auch in vielen Geräten des Alltags integriert. Von der Spielekonsole bis zur Waschmaschine.

Autos enthalten durchschnittlich 500 Mikrochips. Anwendungsszenarien für die Chips reichen von elektrisch zu öffnenden Autofenstern bis hin zur Steuerung von Navigationssystemen.

Keine Daueraufträge

Doch während der Corona-Krise hat vor allem die Autoindustrie vergessen, sich um diese kritischen Komponenten rechtzeitig zu kümmern und musste zahlreiche Produktionsstillstände hinnehmen. Grund für den Engpass ist unter anderem die Tatsache, dass viele Autohersteller zu Beginn der Krise Lieferungen storniert und Bestellungen eingestellt haben.

„Die Nachfrage bei den Chiphersteller ist mittlerweile so groß, dass sie sich zunächst um Bestandskunden und langfristige Aufträge kümmern müssen.

Ergebnis: Höhere Preise für Endkunden

So treibt die aktuelle Chipkrise auch die Preise in die Höhe. Im Jahr 2021 wurden Halbleiter im Wert von etwa 551 Milliarden US-Dollar verkauft. Das sind 25 % mehr als im Jahr 2020.

Steigende Chippreise wirken sich auch auf die Käufer aus. „Wir müssen damit rechnen dass Autos immer teurer werden. Das Problem der Chipknappheit betrifft vor allem Kunden kleinerer Fahrzeuge, da diese aufgrund des dünner werdenden Marktes für dieses Segment teurer werden als zuvor. Zudem wird der Gebrauchtwagenmarkt explodieren und auch hier werden die Autopreise massiv steigen. „Das sind Nebenwirkungen des Mangels an Chips. 2022 ist kein guter Zeitpunkt um auf einem menschenleeren Markt ein neues Auto zu kaufen.

Dass die Preise steigen gilt natürlich nicht nur für Autos. „Unsere Daten zeigen dass sich die anhaltende Halleiterknappheit eindeutig auch auf die Verbraucherpreise auswirkt“ sagte Michael Stempin, Bewertungsexperte bei Idealo. Der Preisanstieg ist bereits spürbar und das gilt sowohl für Waschmaschinen als auch für Laptops.

Die Lage verbessert sich 2022 nicht


Aber wie geht es in diesem Jahr weiter? Experten gehen nicht davon aus dass sich die Lage is 2022 rasch verbessert. „Die aktuellen Engpässe werden anhalten. Entweder lernen die Autohersteller dazu und rechtfertigen einen Kauf oder sie leiden lange. „Die Chipknappheit wird uns mindestens bis 2023 beschäftigen“, sagt Stempin.

Das liegt nicht nur an der gestiegenen Nachfrage nach Chips sondern auch an schwer planaren Ereignissen. Um 2021 brachten unstetes Wetter in Texas und ein Brand in einer Fabrik in Japan große Chipfabriken zum Erliegen. In einigen Ländern kam es aufgrund von Corona-Überlastungen zu mehreren Produktionsstillständen.

Auswirkungen auf die Digitalisierung

Günter Neubauer, CEO des IT-Dienstleistungsunternehmens APC TechRent in Österreich stimmt dem zu. Es verkauft in großem Umfang Monitore Laptops und andere Computerhardware. Große Bestellungen verzögern sich manchmal aufgrund von Lieferengpässen in der Elektronikbranche.


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