Am Blackout vorbeigeschrammt: Kettenreaktion war verantwortlich

Written by on 27. Januar 2021

Als Ursache einer schwerwiegenden Störung im europäischen Stromnetz konnte nun ein Umspannwerk in Kroatien identifiziert werden.

Eine Kettenreaktion, die von einem kroatischen Umspannwerk ausging, führte am 8. Jänner beinahe zu einem europaweiten Blackout. Ein Stromausfall konnte durch die eingebauten Sicherheitsmaßnahmen verhindert werden. Als Verursacher konnten die ENTSO-E (European Network of Transmission System Operators for Electricity) inzwischen  einen Ausfall in einer 400 kV Sammelschienenkupplung im Umspannwerk Ernestinovo in Kroatien eruieren.

Sammelschienen fungieren als Energieverteilung und sind über Kupplungen verbunden. Die Stromflüsse wurden aufgrund des Ausfalls um 14:04 Uhr im Nordwesten und Südosten des Umspannwerks unterbrochen. Der Strom wurde durch benachbarte Leitung abgeleitet, die dadurch überlasteten.

Mehr Kapazitäten gefordert

Wegen einer Überstromschutzauslösung war die Stromleitung zwischen den serbischen Städten Subotica und Novi Sad nach nur wenigen Sekunden tot, weitere 13 Leitungen folgten. Dies führte bereits um 14:05 Uhr zu einer Zweiteilung im europäischen Stromnetz. Es dauerte ganze 63 Minuten, um den Normalzustand wieder herzustellen. Daran beteiligt waren alle europäischen Länder. Die Austrian Power Grid (APG) fordert nun in einer Aussendung, zusätzliche Netz- und Speicherkapazitäten aufzubauen sowie „Flexibilitätsoptionen, um die Volatilitäten der Erneuerbaren auszugleichen (insbesondere mittels digitaler Technologien)“.

Ein detaillierter Bericht der ENTSO-E soll in den kommenden Wochen entstehen. Teil des Berichtes sollen Vorschläge für mögliche Präventionsmaßnahmen sein.

Links:
ENTSO-E Zwischenbericht zum Stromausfall
Aussendung der Austrian Power Grid


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