Die Digitalisierung der Arbeitswelt

Written by on 22. Februar 2018

Sie sind Lehrerin? Journalist? Psychotherapeutin? – Glückwunsch, Sie brauchen sich um Ihre berufliche Zukunft deutlich weniger Sorgen zu machen als beispielsweise ein Schneider, eine Rechtsanwaltsgehilfin oder ein Versicherungsangestellter. Auf Einladung des Bundesratspräsidenten Reinhard Todt haben am vergangenen Montag Expertinnen und Experten über die Gestaltung der digitalen Arbeitswelt diskutiert. Dabei wurde klar, wie dringlich das Thema für uns alle ist.

Vor drei Jahren hat die BBC eine Auflistung veröffentlicht, die aufzeigt, welche Jobs von der Digitalisierung bedroht sind. Dabei wird deutlich: Nicht nur der klassische Fabriksarbeiter ist davon betroffen – der digitale Wandel erfasst beinahe alle Bereiche des Arbeitsmarkts. Eine aktuelle Studie aus Deutschland verdeutlicht das Ausmaß: Knapp die Hälfte aller Arbeitsplätze könnte zumindest zu einem Teil durch Maschinen ersetzt werden.

Das klingt bedrohlich in Ihren Ohren? Muss es nicht! Denn die Digitalisierung bringt auch unzählige Vorteile. Oder würden Sie gerne im beruflichen Alltag Briefe schreiben? Meterhohe Papierstapel am Schreibtisch wachsen lassen? Bei langweiligen Routinearbeiten aufpassen müssen, dass Sie nicht einschlafen? Eben!

Digitalisierte Abläufe sorgen mittlerweile flächendeckend dafür, dass wir uns besser auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren können. Die Flexibilität, die dadurch ermöglicht wird, prägt längst unser aller Leben. Und es ist schließlich unsere Kreativität, Empathie und Individualität, die uns von den Maschinen unterscheidet und uns nach wie vor unersetzbar macht.

Dabei ist allerdings nicht nur das Individuum, sondern vor allem auch die Politik gefragt – denn neue Zeiten erfordern neue Rahmenbedingungen. „Lasst uns den technischen Fortschritt gestalten, sonst gestaltet dieser Fortschritt uns“, so Bundesratspräsident Reinhard Todt bei der Podiumsdiskussion in der Wiener Hofburg.

Von der Bedrohung zur Bildung

Der Digitalisierung der Arbeit sind in technischer Hinsicht tatsächlich kaum Grenzen gesetzt. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass alles, was theoretisch möglich ist, auch tatsächlich umgesetzt wird. Denn Kostengründe oder rechtliche Bestimmungen gebieten selbst den modernsten Automatisierungstechnologien Einhalt.

Rolf Gleißner, stellvertretender Leiter für Sozialpolitik und Gesundheit bei der Wirtschaftskammer, sagt dazu: „Es ist eine Binsenweisheit, dass die Menschen in der gesamten Geschichte Angst vor dem technologischen Wandel hatten, weil sie um ihre Jobs gefürchtet haben“.

Das war bekanntlich dann doch nie so ganz der Fall. Durch die aktuellen Entwicklungen entstehen ja derzeit laufend neue Jobs: Social Media Managerin, Onlineredakteur, Data Curator, Webentwicklerin – wer hätte diese Berufsbilder noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten? Es kann also nicht schaden, sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auseinanderzusetzen und sich an ihre Rahmenbedingungen anzupassen. In diesem Zusammenhang kann es natürlich nur ein Schlüsselwort geben: Bildung, Bildung, Bildung.

„Das heißt, wir werden uns massiv überlegen müssen, wie wir in so einer Zeit des Umbruchs am Arbeitsmarkt die Leute auch dabei unterstützen, dass sie sich weiterqualifizieren können, dass wir alle mitnehmen können und insgesamt eine positive Entwicklung haben“, so Crowdworking-Expertin Sylvia Kuba von der Arbeiterkammer.

Von Kindheit an sollte das Lernen mit digitalen Medien genauso zentral sein wie das Lernen über digitale Medien. Soziale und interdisziplinäre Kompetenzen sind dabei natürlich nicht mehr wegzudenken. Und ständige Weiterbildung ist mittlerweile zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Arbeitsmarkts geworden.

Denn der technische Fortschritt erfolgt nicht mehr im Laufe von Generationen, sondern innerhalb weniger Jahre. Das kann bedeuten, dass manche Inhalte des ersten Studienjahres schon beim Studienabschluss längst überholt sind. In immer kürzeren Zeitabständen heißt es also: Update, bitte!

Wir von Radio Technikum empfehlen da – neben den großen Universitäten und zahlreichen anderen Weiterbildungsinstitutionen – natürlich unsere FH: Die FH Technikum Wien bietet eine große Auswahl an einschlägigen Bachelor- und Masterstudien sowie Kurzstudien und weiterführende Lehrgänge. Und vielleicht gehören auch Sie bald zu den Leuten, die selbstbewusst sagen können: Digitalisierung? Nur her damit!


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